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Employee Advocacy und Unternehmens-Botschafter auf LinkedIn

Eine LinkedIn-Unternehmensseite kann allein keine bedeutenden Geschäftsergebnisse erzielen. Mitarbeiterprofile übertreffen sie fast immer. Warum das so ist — und wie ein Employee-Advocacy-Programm aufgebaut werden sollte.

Employee Advocacy und Unternehmens-Botschafter auf LinkedIn

Eine LinkedIn-Unternehmensseite kann allein keine bedeutenden Geschäftsergebnisse erzielen. Mitarbeiterprofile übertreffen sie fast immer. Wer echte Leads, Sichtbarkeit und Vertrauen auf LinkedIn möchte, sollte in Employee Advocacy mit klaren Richtlinien investieren — nicht ausschließlich in die Aktivität der Unternehmensseite.

Warum Unternehmensseiten schwächer abschneiden

Unternehmensseiten haben fünf strukturelle Nachteile:

  • Sie können keine Verbindungen anfordern. Eine Unternehmensseite kann keine Verbindungseinladungen senden. Aktiver Netzwerkaufbau ist nur über persönliche Profile möglich.
  • Konversationen lassen sich kaum initiieren. Bis vor kurzem konnten Unternehmensseiten gar keine privaten Nachrichten starten. Da die meisten LinkedIn-Geschäfte in DMs stattfinden, ist das ein struktureller Nachteil.
  • Organische Reichweite ist gering. LinkedIns Algorithmus bevorzugt persönliche Inhalte. Ein Unternehmensaccount erreicht selten die Authentizität einer individuellen Stimme.
  • Bezahlte Anzeigen werden ignoriert. Für die meisten Unternehmen erzeugen LinkedIn-Ads bestenfalls Bekanntheit — keinen Umsatz.
  • CTAs funktionieren kaum. Ohne Verbindungen, Gespräche und organische Reichweite hat ein Call-to-Action-Button wenig zu konvertieren.

Wofür eine Unternehmensseite tatsächlich nützlich ist

Für eine Sache: das Verfolgen warmer Signale. Neue Follower, Newsletter-Abonnenten, Umfragestimmen und Seitenbesuche liefern wertvolle Signale. Wer aus Ihrer Zielgruppe so interagiert, verdient eine direkte Nachricht — vom persönlichen Profil, nicht von der Unternehmensseite. Genau dieser Schritt, das direkte Anschreiben warmer Interessenten von einem persönlichen Account aus, ist der zuverlässigste Weg, wie eine Unternehmensseite zum Umsatz beiträgt.

Eine aktive Unternehmensseite ist außerdem ein Reputationsfaktor. Interessenten prüfen sie vor jedem Meeting.

Sollten Mitarbeiter zu Markenbotschaftern werden?

Ja. Das Argument basiert auf sieben Prinzipien:

  1. Persönliche Profile von Mitarbeitern sind kein Unternehmenseigentum — das Unternehmen kann sie weder beanspruchen noch kontrollieren.
  2. Mitarbeiter sind der beste verfügbare Kanal für die Unternehmenskommunikation auf LinkedIn — besser als jede Unternehmensseite.
  3. Aktives Posten auf LinkedIn signalisiert keine Jobsuche.
  4. Eine persönliche Marke steigert den Marktwert des Mitarbeiters — und damit auch seinen Wert für den aktuellen Arbeitgeber.
  5. Eine starke persönliche Marke hilft Mitarbeitern, ihre Arbeit besser zu erledigen: Sie wirken interessanter und vertrauenswürdiger für Leads und Kunden.
  6. Unternehmen müssen Mitarbeitern klare LinkedIn-Richtlinien geben. Ohne diese ist das Risiko von Reputationsschäden real.
  7. Aktivität ohne Messung ist keine Strategie. Legen Sie konkrete KPIs und Deadlines fest.

Wie ein Employee-Advocacy-Programm aufgebaut wird

  1. Zuerst LinkedIn-Richtlinien schreiben. Ton, Themen, die vermieden werden sollen, Offenlegungsregeln und was „on-brand“ in Ihrer Branche bedeutet — bevor Sie jemanden um Posts bitten.
  2. Die Jobsuche-Angst explizit ansprechen. Mitarbeitern zu versichern, dass aktives Posten kein Abwanderungssignal ist, beseitigt die größte Teilnahmebarriere.
  3. Als berufliche Entwicklung darstellen, nicht als Zusatzarbeit. Personal Branding steigert den Marktwert und die Effektivität im aktuellen Job — das ist ein Vorteil, keine Belastung.
  4. KPIs vor dem Start festlegen. Posts pro Monat, Engagement-Zielrate, Lead-Volumen. So verfolgen wie jeden anderen Kanal.
  5. Unternehmensseite parallel betreiben, aber mit engerer Rolle: Newsletter hosten, warme Interaktoren verfolgen und Legitimität für Besucher sichern, die die Seite vor einem Meeting prüfen.

Fazit

Echte Ergebnisse kommen von Mitarbeitern, deren persönliche Profile kein Unternehmenseigentum sind, deren sichtbare Aktivität keine Jobsuche signalisiert und deren persönliche Marke sowohl dem Mitarbeiter als auch dem Arbeitgeber Wert verleiht. Die Aufgabe des Unternehmens: klare Richtlinien setzen, KPIs definieren und dann Platz machen.

Von Sergej Pavljuk, Mitgründer von StoryMatters — der führenden LinkedIn®-Kommunikationsagentur in Mitteleuropa. Originalartikel auf LinkedIn Pulse lesen →

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